“Verabschiede Dich von Deinem Oberschenkel”

Es ist der Laborbefund aus Celle eingetroffen: ORSA (Oxacillin-Resistenter Staphylococcus Aureus) . Ich bin also Opfer dieses therapieresistenten Keimes geworden, der Alte und Kranke heimsucht. Vielleicht hatte ich diesen Keim schon immer an mir…aber es sprichtr vieles dafür, dass ich ihn mir in Celle eingefangen habe. Der Befund lautet jedenfalls “ORSA-Infektion im Krankenhaus”

In Hannover treffe ich eine alte Freundin, die ebenfalls unterschenkelamputiert ist. Gemeinsam verbringen wir die Nächte auf der Raucherterasse. Mein Unterschenkel ist ein einziger Brei und schmerzt unerträglich. Das sind aber weniger Wundschmerzen als eben diese Phantonschmerzen. Mir brennen zum Beispiel die Zehen und ich kann nichts dagegen tun.

Nach zwei Wochen und diversen Versuchen, mir Schmerzkatheter zu legen sagt mir mein Bruder so ganz nebenbei “Verabschiede Dich schon mal von Deinem Oberschenkel” …und geht. Nun sitze ich da und grübel, was jetzt mir mir geschehen soll. Dieses scheibchenweise amputieren geht so nicht weiter; das ist mir klar. Also verabschiede ich mich innerlich und warte ab. Zwei Tage später hat das Ärzteteam die Entscheidung getroffen und mich informiert. Ich sitze gerade im Krankenhauspark und lasse mir die Sonne auf den Pelz brennen. Obwohl ich schon alles mit mir kllar gemacht habe, heule ich mir die Seele aus dem Leib. Eine Oberschenkelamputation istz schon eine ganz andere Hausnummer. Egal…er muss ab, bevor mich der Keim gänzlich auffrisst und nicht mal mehr ein Stumpf überbleibt. Frustriert willige ich ein und der Oberschenkel kommt ab.

Eine Woche nach der OP sitze ich auf der Terasse, als ich plötzlich nicht mehr richtig atmen kann. Ich schaffe es noch auf meine Station und es werden die Ärzte alamiert. Ich habe eine Lungenembolie und werde noch auf dem Flur intubiert. Ich wache mit Sauerstoffbrille in meinem Zimmer auf und weiß nichts mehr. Vera kommt zu Besuch und ist geschockt. Das auch noch. Ich mute ihr sehr viel zu.

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